Grosili

Auch wir Elferräte mussten uns erzählen lassen, wie es zu dieser Fasnets-Figur kam.
Nach dem Krieg rief Fritz Lösslin die Wiswieler Fasnet wieder ins Leben. Man hatte wenig Geld und Möglichkeiten sich Kostüme geschweige denn Masken zu kaufen. So kam das Wiswieler Grosili auf. Kleider hatte man ja und aus Stoff wurden Masken geschneidert. Meine Mutter erzählte mir, dass der Grossili Owe dort schon der schönste Abend der sich wieder langsam entwickelnden Fasnet war. Man wollte die Fasnet verlängern, die damals von Samstag bis Montag ging. So entwickelte sich der Grosili Owe am Dienstag. Eine stattliche Anzahl an Gaststätten stand dort noch zur Verfügung : Salmen, Sonne, Ochsen, Kanone, Baumgärtner, Fischerinsel, das Kaffee Trautwein und die Hoffnung. Die Grossili zogen in Gruppen durch die Gasthäuser. Eine Grol hatte eine Trillerpfeife dabei. Wenn die zu hören war wurde das Lokal gewechselt. Man hatte dort schon einen rießen Spaß und es wurde viel Unfug getrieben. Dem richtigen Salmen-Grosili graute schon, wenn die Grosili kamen und die Wirtschaft in Rand und Band versetzten.

Wie kam es zur neuen Gruppe : 

Norbert Leibbrand - mittlerweile als Grole-Vatter bezeichnet - kam nach der letzten Fasnet (2001) auf die Idee eine Grosili-Gruppe zu gründen. Hierzu hat sicher auch der Grosili-Wagen beigetragen, der an der Fasnet 2001 für alle völlig überraschend am Rathaus stand. Hierfür dieser Gruppe und Doris ein herzliches Dankeschön. Die neu Gruppe sollte sich selbst organisieren und uns hier und da auch auf einen Umzug auswärts begleiten. Um ein einheitliches Erscheinungsbild zu bekommen sollte auch eine Holzmaske kommen. Man traf sich einige Monate vor dem 11.11.01 in einem Gasthaus zur Gründungsversammlung. Es waren fast 30 interessierte Frauen da. Man hat viel diskutiert. Eine Schaufensterpuppe wurde eingekleidet. Die Holzmaske wurde in Auftrag gegeben. Wochenlang war man kräftig am Nähen und wir sind zur Kampagne 2002 stolz 22 Grosili in voller Montur dabei haben zu können. Weitere Holzmasken können angefertigt werden und wir hoffen, dass sich die Gruppe noch etwas vergrößern wird. Wir möchten uns hier im Namen vom Elferrat bei allen bedanken, die hier federführend wirken. Auch bei allen Grosili, die sich dieser Gruppe angeschlossen haben und auch noch anschließen werden. Ich denke , dass wir alle dazu beitragen, dass der Wiswieler Grossili Owe noch lange erhalten bleibt.

Der "Grosili-Owe" am Fasnets-Dienstag :

Dieser Abend hat eben eine lange Tradition und läuft wie folgt ab :
Nach der Fasnets-Verbrennung am Dienstag verkleiden sich die weiblichen Narren als alte Frau (das Grosili) und kommen später maskiert in die Gaststätten. Dort werden die Männer zum Tanz aufgefordert und müssen nach jeder Tanzrunde dem Grosili einen Sekt oder ein anderes Getränk bezahlen. Die Grosili sind alle maskiert und somit dem Tänzer nicht bekannt. Die Getränke werden generell mit einem Strohhalm getrunken und die Grosili verstellen ihre Stimme um nicht erkannt zu werden. Neben dem Tanz wird auch viel Unfug von ganzen Grosili-Gruppen getrieben. Dies alles dauert bis Schlag 00.00 Uhr. Jetzt heißt es Masken absetzen. Für manchen Tänzer oft eine große Überraschung. Danach wird weitergefeiert bis in die frühen Morgenstunden. Man muss dies einmal miterlebt haben. Jeder ist willkommen.